36h Fasten Challenge — Anleitung für Anfänger

36 Stunden ohne feste Nahrung — klingt extrem, ist aber eines der wirkungsvollsten Werkzeuge für Autophagie, Zellerneuerung und metabolische Gesundheit. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch Ihre erste 36h-Fasten-Challenge.

Von Tino Zimmermann, medizinischer Masseur EFA, Praxis Zimmermann Zug
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Was ist intermittierendes Fasten — und warum 36 Stunden?

Intermittierendes Fasten (IF) ist kein Diät-Trend, sondern ein uraltes biologisches Prinzip. Unser Körper ist evolutionär darauf ausgelegt, Phasen ohne Nahrung zu überbrücken — und dabei wichtige Reinigungsprozesse zu aktivieren, die im Dauerfressen-Modus gar nicht möglich sind.

Die beliebtesten Formen reichen von 16:8 (16 Stunden fasten, 8 Stunden essen) bis zum 36-Stunden-Fasten, das auch als "Monk Fast" oder "One-Meal-a-Day extended" bezeichnet wird. Der Unterschied ist entscheidend: Nach ca. 18–20 Stunden ohne Nahrung beginnt die Autophagie — ein zellulärer Selbstreinigungsprozess, bei dem beschädigte Proteine und Zellbestandteile abgebaut und recycelt werden.

Bei 36 Stunden haben Sie genug Zeit, nicht nur in die Autophagie einzutreten, sondern diesen Prozess wirklich zu vertiefen. Gleichzeitig erschöpfen Sie die Glykogenspeicher vollständig und zwingen Ihren Körper, auf Fettverbrennung umzuschalten. Das Ergebnis: metabolische Flexibilität — die Fähigkeit, effizient zwischen Zucker- und Fettverbrennung zu wechseln.

Was passiert im Körper während 36h Fasten?

  • 0–8 Std.: Verdauung, Glykogenspeicher werden genutzt
  • 8–16 Std.: Glykogen erschöpft sich, Fettverbrennung beginnt
  • 16–20 Std.: Ketose setzt ein, Autophagie startet
  • 20–36 Std.: Maximale Autophagie, Wachstumshormonspiegel steigt (bis 5-fach)
  • Nach 36 Std.: Sanfter Fastenbruch — Verdauung reaktivieren

Vorbereitung: Die Woche vor dem Fasten

Wer ohne Vorbereitung direkt in ein 36h-Fasten springt, macht es sich unnötig schwer. Ein paar einfache Massnahmen in den Tagen davor machen den Unterschied zwischen einem unangenehmen und einem erstaunlich gut verträglichen Fastenerlebnis.

3 Tage vorher: Zucker und Weissmehl reduzieren

Wer normalerweise viel Zucker und raffinierte Kohlenhydrate konsumiert, hat grössere Glykogenspeicher und stärkere Entzugssymptome beim Fasten. Steigen Sie schrittweise um: mehr Gemüse, Hülsenfrüchte, Eier, Fisch — weniger Brot, Pasta, Süssigkeiten. Das macht den Übergang in die Fettverbrennung sanfter.

Tag vorher: Gute letzte Mahlzeit wählen

Ihre letzte Mahlzeit vor dem 36h-Fasten sollte nährstoffreich, sättigend und nicht blähend sein. Ideal: Lachs oder Hühnchen mit viel Gemüse und gesunden Fetten (Avocado, Olivenöl). Vermeiden Sie blähende Lebensmittel wie Kohl oder Hülsenfrüchte — Blähungen beim Fasten sind unangenehm. Beginnen Sie Ihr Fasten idealerweise nach dem Abendessen um ca. 19:00 Uhr.

Elektrolyte vorbereiten

Kaufen Sie Elektrolytpulver (ohne Zucker) oder bereiten Sie eine einfache Elektrolytlösung vor: 1 Liter Wasser, 1/4 TL Meersalz, eine Prise Kaliumchlorid (Kochsalzersatz aus dem Supermarkt), etwas frischer Zitronensaft. Magnesium ist besonders wichtig: Es verhindert Muskelkrämpfe und Kopfschmerzen.

Das 36-Stunden-Protokoll: Stunde für Stunde

19:00 Uhr — Tag 1
Fastenbeginn. Letzte Mahlzeit abgeschlossen. Ein grosses Glas Wasser trinken und innerlich bestätigen: "Ich faste jetzt bis morgen Abend." Putzen Sie die Zähne und schliessen Sie die Küche gedanklich ab.
22:00 – 07:00 Uhr
Schlaf — der beste Fastenpartner. Sie schlafen 9 Stunden, ohne es zu merken. Ihr Körper ist bereits in Fettverbrennung. Wachstumshormon wird ausgeschüttet.
07:00 Uhr — Tag 2
Morgen: 12 Stunden geschafft. Beginnen Sie mit 500 ml lauwarmem Wasser mit einer Prise Salz. Kaffee oder Tee (schwarz, ohne Milch und Zucker) sind erlaubt — sie brechen das Fasten nicht, dämpfen aber den Hunger und fördern die Ketose.
09:00 – 14:00 Uhr
Leichte Aktivität, keine Erschöpfung. Spazieren gehen ist ideal — fördert die Fettverbrennung ohne den Körper zu belasten. Kein Krafttraining, kein intensives Cardio. Elektrolyte trinken. Hunger kommt meist in Wellen — er vergeht nach 15–20 Minuten.
14:00 – 18:00 Uhr
Das "Tal" — maximale Autophagie. Viele berichten von aussergewöhnlicher mentaler Klarheit in dieser Phase. Der Körper läuft auf Ketonkörper — ein sauberer, effizienter Brennstoff fürs Gehirn. Weiterhin Wasser, Tee und Elektrolyte. Leichte Gedanken wie "Ich könnte jetzt essen" sind normal — warten Sie den Hunger ab, er vergeht.
19:00 Uhr — Tag 2
36 Stunden geschafft — Fastenbruch. Zeit, das Fasten sanft zu beenden. Nicht mit einem grossen Steak anfangen. Der Magen braucht Reaktivierung.

Das Fasten richtig brechen

Der Fastenbruch ist genauso wichtig wie das Fasten selbst. Ein falscher Wiedereinstieg kann zu starken Magenbeschwerden, Blähungen und einem sofortigen Blutzuckerspike führen — genau das wollen wir vermeiden.

Die ersten 30 Minuten: Sanft starten

Beginnen Sie mit einer kleinen Menge leicht verdaulicher Nahrung: Eine Handvoll Nüsse, ein paar Oliven, oder eine kleine Portion Naturjoghurt. Alternativ: eine Gemüsebrühe (selbstgekocht oder aus dem Glas). Kauen Sie bewusst und langsam. Ihr Verdauungssystem braucht Zeit, um wieder in Gang zu kommen.

Nach 30 Minuten: Die erste richtige Mahlzeit

Jetzt können Sie eine vollständige Mahlzeit essen — aber protein- und fettbetont, nicht kohlenhydratlastig. Ideal: Rührei mit Avocado und Gemüse, Lachs mit Salat, oder eine Suppe mit Hülsenfrüchten. Vermeiden Sie Pasta, Brot oder Süsses in der ersten Stunde nach dem Fasten.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Viele Anfänger machen beim ersten längeren Fasten dieselben Fehler. Hier sind die häufigsten — und wie Sie es besser machen:

  • Zu wenig trinken: Mindestens 3 Liter Wasser pro Tag. Beim Fasten verliert der Körper durch Glykogenabbau viel Wasser (Glykogen bindet Wasser).
  • Keine Elektrolyte: Führt zu Kopfschmerzen, Schwindel und Muskelkrämpfen. Salz, Magnesium und Kalium sind essentiell.
  • Intensives Training: Beim ersten 36h-Fasten lieber Ruhe oder Spaziergang. Sobald Sie erfahrener sind, können Sie leichtes Krafttraining einbauen.
  • Falscher Fastenbruch: Pizza oder Süssigkeiten nach 36h sind eine schlechte Idee. Der Blutzucker schiesst in die Höhe, die Autophagie-Gewinne werden teilweise zunichte gemacht.
  • Zu hohe Erwartungen beim ersten Mal: Das erste 36h-Fasten ist schwieriger als das zweite. Mit jedem Mal wird der Körper besser darin, auf Ketose umzuschalten.

Für wen eignet sich das 36h-Fasten?

Das 36h-Fasten ist für gesunde Erwachsene sicher und gut verträglich, wenn die oben genannten Empfehlungen befolgt werden. Nicht geeignet ist es für: Schwangere und stillende Frauen, Personen mit Essstörungen in der Vorgeschichte, Diabetiker (Typ 1 und insulinpflichtiger Typ 2, ohne ärztliche Begleitung), sowie Personen mit stark untergewicht.

Bei Zweifeln sprechen Sie immer zuerst mit Ihrem Arzt. In der Praxis Zimmermann Zug beraten wir Sie gerne, ob und wie Fasten-Protokolle zu Ihrer individuellen Gesundheitssituation passen.

Tipp aus der Praxis

Eine sanfte Massage am Tag vor oder nach dem Fasten unterstützt den Entgiftungsprozess des Lymphsystems erheblich. Manuelle Lymphdrainage fördert den Abtransport von Stoffwechselabfällen — perfekt als Ergänzung zu einem Fasten-Protokoll.

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Termin in der Praxis Zimmermann Zug

Manuelle Lymphdrainage als ideale Ergänzung zu Ihrem Fasten-Protokoll.